Traumatisierung durch Hilfeleistende

(Psychotherapeuten, Psychiater, Ärzte, Seelsorger, Sozialpädagogen, Rechtsanwälte, Richter etc.)

 

 

Home
Kreisverkehr
Ausstieg
Vertrauen
Impressum

 

 

 

 

 

 

 

 



Eine Reise aus der "Unbewusstheit" in die "Bewusstheit".

Diese Internetseiten sollen dazu dienen, die individuelle und gesellschaftliche "Traumablindheit" bezüglich der verheerenden Folgen von emotionalen, narzisstischen bis hin zum sexuellen Missbrauch und hier speziell im Sozial- und Gesundheitswesen bewusst zu machen.

Zunächst möchte ich alle Leser darum bitten, mit dem Gebrauch des Wortes "Trauma" wirklich achtsam und behutsam umzugehen. Es geht hier um die Traumata, die Menschen, Menschen zufügen und dabei schließe ich hier absichtlich die Traumata, die mit körperlicher Gewalt verbunden sind, aus. Denn hier kann man nicht mehr von einer gesellschaftlichen "Traumablindheit" reden. Es geht hier auf diesen Seiten rein um seelische Verletzungen, eben um subtile, emotionale Gewalt, um "Psychotraumata".

"Ein Wort, das trifft, vermag zu töten oder zu demütigen, ohne dass man sich die Hände schmutzig macht. ….. Es gibt Begegnungen im Leben, die uns zermürben und an denen wir zerbrechen können!"
(aus "Die Masken der Niedertracht")

Zum achtsamen Umgang mit dem Wort "Psychotrauma" ist es zunächst notwendig, das Wesen des "Psychotraumas" näher kennen zu lernen:

Prof. Dr. Gottfried Fischer und Prof. Dr. Peter Riedesser haben in ihrem Lehrbuch zur Psychotraumatologie eine Traumaerfahrung definiert als "… ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt."

Diese Seiten handeln von der "Traumatisierung" von Menschen, die Hilfe suchen, durch professionelle Helfer. Diese Art des Traumas nennt man in der Fachsprache "PMT" (Professionales Missbrauchstrauma) weil es sich hier eben um ein Trauma handelt, das durch Menschen zugefügt wird, die aufgrund ihrer beruflichen Profession eigentlich helfen sollten.

Ja, Sie lesen richtig. Hier geht es schon los. Als ich mich mit diesem Sachverhalt beschäftigen musste kam in mir immer wieder folgender Satz hoch: "Das kann doch nicht sein!" Ein Arzt? Ein Seelsorger? Eine Therapeutin? Das kann doch nicht sein!

Ein merkwürdiges, hilfloses, ohnmächtiges Gefühl stieg in mir hoch. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, hab ich vor ca. 5 Jahren (da erlebte ich mein Missbrauchstrauma durch einen Psychiater und Therapeuten) auch die Augen zugemacht und diese unguten Gefühle abgespalten. "Traumablindheit!" und "Traumataubheit".

Die Erkenntnis in einer Gesellschaft zu leben, in der " Helfer" (z. B. gut ausgebildete Ärzte, Seelsorger, Rechtsanwälte) nicht wirklich helfen, sondern "traumatisieren" hat in mir ein vitales Diskrepanzerlebnis hervorgerufen. Es hat mein Welt- und Menschenbild völlig erschüttert.


Diese Erschütterung hatte zur Folge, dass ich als ein Teil dieser Gesellschaft um Überleben zu können, meine Schmerz, Hilflosigkeits- und Ohnmachtsgefühle und Schwindelgefühle, Zittergefühle ins Unbewusste verdrängte, also sozusagen abgespalten habe. Aus dem Bewusstsein entfernt. Ich bin sogar aus meinem Körper herausgegangen. Ich stand buchstäblich neben mir und konnte mich selbst beobachten.

Dies ist ein Mechanismus der unbewusst abläuft. Die Natur hat dies so eingerichtet, damit unsere "Spezies" zum Zeitpunkt der akuten Traumatisierung überleben kann. So überleben "Opfer" und "Täter" in unserer Gesellschaft.

Spätestens seit Freud wissen wir jedoch mit wieviel Kraft und Macht das "Unbewusste" und nicht das "Bewusste" uns steuert.

Und deshalb ist es notwendig das "Unbewusste" ins "Bewusstsein" zu holen. Aus der Dunkelheit ins Licht.

Das ins "Unbewusste" Abgedrängte macht selber den Versuch immer wieder ins "Bewusstsein" zu kommen. Auch dies hat die Natur so eingerichtet. Das will z. B. geschehen, wenn uns etwas "antriggert".

Der Schmerz, die Traurigkeit, die Hilflosigkeit und die Ohnmacht, der Schwindel, der Ekel, die Schuld, die Scham und das Zittern und die Verwirrung wollen nicht im Unbewussten bleiben. All diese Gefühle wollen tatsächlich gefühlt und angenommen werden.

Und genau hier, genau an diesem Punkt, haben wir Menschen seit Generationen verlernt, unserer eigenen Natur zu vertrauen. Den Selbstheilungskräften. Dem Leben.

Wir wollen keinen Schmerz fühlen, wir wollen keine Ohnmacht fühlen, wir wollen keinen Schwindel fühlen, wir wollen keine Verwirrung fühlen, wir wollen keinen Ekel fühlen, wir wollen keine Schuld fühlen, wir wollen keine Scham fühlen, wir wollen nicht zittern.

Und deshalb konsumieren wir in unserer Gesellschaft täglich Drogen, Tabletten, Alkohol, Nikotin, Sex, Informationen. Wir geraten in Arbeitssüchte, Spielsüchte, Beziehungssucht, Kaufsucht , Informationssucht etc. etc. etc.

Und so verhindern wir unsere eigene "Heilung" und verbleiben in der "Spaltung", die immer tiefer und tiefer und größer und größer wird.

Nun muss ja jeder Mensch selber wissen, wie er damit umgeht, könnten Sie jetzt sagen.

Dann muss ich Ihnen sagen: Es ist mittlerweile wissenschaftlicher Fakt, das nicht integrierte Traumata sowohl auf Opfer- als auch auf Täterseite von Generation zu Generation weitergegeben werden. Dies nennt man in der Fachsprache "Transgenerationale Traumaweitergabe".

Und darum ist es nicht egal, kann es uns nicht egal sein, wie wir mit unseren eigenen Abspaltungen umgehen.

Die Abspaltung verhindert Ganzheit. Die Abspaltung bewirkt dass in uns mindestens 2 eigenständige Wesen leben. Das abgespaltene "Trauma-Ich" oder auch "inneres Kind" genannt und das "Überlebens-Ich".

Die Abspaltung verhindert ein authentisches Leben und Wahrhaftigkeit.

Denken, Fühlen und Handeln sind nicht mehr eins. Wir fangen an anders zu denken als wir handeln oder anders zu denken und zu handeln als wir fühlen.

Aus Sicht der Medizin und den neuesten Erkenntnissen der Neurobiologie kann man aber Denken, Fühlen und Handeln nicht voneinander trennen ohne krank zu werden. Diese Trennungen sind unnatürlich. Die Trennung zwischen Kopf und Körper, zwischen Verstand und Gefühl ist unnatürlich und macht auf Dauer sehr, sehr krank. Beziehungsstörungen, Depressionen, Süchte, Persönlichkeitsstörungen, Psychosen und Schizophrenien sind die Folgen und Symptome.

Seelische Verletzungen kann man nicht mit Medikamenten heilen. Im Gegenteil: Neuroleptika verhindern aufgrund ihrer Nebenwirkungen im Gehirn auf Dauer eine natürliche Heilung.

Prof. Dr. Gottfried Fischer hat uns mit seinem Buch "Neue Wege aus dem Trauma" ein kleines "Erste-Hilfe-Buch" zur Verfügung gestellt, das ich jedem ans Herz legen möchte.

"Der Täter bekommt manchmal lebenslänglich, wenn er gefasst wird, das Opfer fast immer" - dieser Satz muss heute so nicht mehr gelten." (Prof. Dr. Gottfried Fischer).

Ja, das stimmt. Und das ist die frohe Botschaft: Heilung ist möglich !